Unser Border-Terrier - ein Jagdhund?

 

Jeden Abend lassen wir unsere drei Border-Terrierhündinnen Jule, Aura und Beke vor dem zu Bett gehen noch in den Garten. Dieser ist an drei Seiten durch eine zwei Meter hohe Buchenhecke plus Maschendrahtzaun und zur anderen Seite durch einen 1,50 m hohen Drahtgitterzaun gesichert.

Als wir die Hunde nach 10 Minuten wieder ins Haus riefen, war nur noch Jule da. Aura und Beke waren im Garten nicht mehr zu finden. Es war 22.30 Uhr und dunkel. Also Taschenlampen her und auf Hundesuche in der Siedung. Nach kurzer Zeit hörten wir von dem Nachbargrundstück einen unsere Hunde wütend bellen. Jetzt ging es für uns über die Zäune, dem Bellen nach.

Beke kam sofort auf unser Rufen, ließ sich aber nicht anleinen, sondern raste sofort unter das Auto des Nachbarn und bellte dort aufgebracht. Nachdem wir sie einfangen konnten, hörten wir unter dem Auto wieder Geräusche, konnten aber keinen Hund sehen. Die Geräusche kamen aus dem Motorraum. Da neuere Autos auch von unten voll verkleidet sind, konnten wir von dort nichts sehen.

Also wurde der Nachbar geweckt und wir öffneten gemeinsam die Motorhaube. Dort blickte uns im Schein der Taschenlampe ein Marder direkt ins Gesicht. Der machte sich erschrocken sofort aus dem Staub. Aura konnten wir ganz unten im Motorraum sehen. Wir kamen aber durch die dortige Enge nicht einmal mit der Hand an den Hund. Was nun?

Keine Werkstatt hat um diese Zeit noch auf. Also wurde kurzerhand die 112 gewählt. Nachdem wir den Vorfall geschildert hatten, dauerte es keine 5 Minuten und die Feuerwehr Salshausen kam mit Blaulicht und drei Fahrzeugen incl. 12 Feuerwehrkameraden angerückt.

Sofort wurde das Problem besichtigt und ein Einsatzplan aufgestellt. Erst einmal musste Licht her. Eine Minute später war es durch die Flutlichter der feuerwehr taghell um uns. Dann wurde Spezialwerkzeug besorgt und beim PKW schraubten die Feuerwehrmänner die Unterbodenverkleidung ab. Gleichzeitig konnte der Wagen mittels eines Hebekissen ca. 50 cm angehoben werden. Nun kamen wir unter das Auto und konnten unsere Aura sehen. Mehr aber auch nicht. Sie lag auf der rechten Antriebswelle, eingeklemmt zwischen Gelenkstange und Motorblo0ck. Außerdem steckte sie mit einer Kralle in einer Kabellasche aus Blech fest. Diese wurde kurzerhand mit der Blechschere durchtrennt. Der Hund saß aber immer noch bombenfest. Nun kam das Kommando "rechten Reifen und Radkastenverkleidung ausbauen".

Mittlerweile hatten sich viele Nachbarn, teils schon im Schlafanzug, zu uns gesellt und bangten mit uns.

Als Reifen und Radkasten demontiert waren konnten wir Aura durch eine fausgroße Öffnung mit den Vorderläufen voran herausziehen. Ihr ging es gut, und bis auf ein paar abgescheuerte Haare, war ihr nichts passiert. Alle waren erleichtert.

Einige Feuerwehrkollegen legten sich noch unter das Auto, um zu sehen wo der Hund festgesessen hatte.

Ein anwesender Jäger meinte: "Solch einen raubwildschafen Hund kann man gut gebrauchen".

 

Die Eberhard´s und ihre Border "vom Nordbach"