KRANKHEITEN

Hier seien einige mögliche Erkrankungen erwähnt, die auch bei Border Terriern auftreten können, wobei diese Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:

 

Aujeszyksche Krankheit

Diese tödlich verlaufende Viruskrankheit wird auch als Pseudowur bezeichnet, weil sie in ihrem Erscheinungsbild der Tollwut ähnelt. Das Virus gehört zu den Herpesviren und wird nicht vom Hund auf den Menschen übertragen.

Die Inkubationszeit beträgt 2 - 8 Tage. Übertragen wird diese Krankheit durch den Verzehr von rohem oder nur unzureichend abgekochtem Schweinefleisch. Daher sollten dem Hund grundsätzlich keine aus Schweinefleisch hergestellten Futtermittel gegeben werden.

Ist der Hund mit dem Aujeszke Virus infiziert, ist keine Behandlung möglich. Der Tod tritt innerhalb von höchstens 4 Tagen ein.

 

Demodikose

Wenn bei jüngeren Hunden im Alter von 3 bis 18 Monaten haarlose Stellen entstehen, manchmal mit Rötung und Schuppung, muss die Möglichkeit einer juvenilen (jugendlichen) Demodikose in Betracht gezogen werden. Diese Krankheit, die sehr vereinzelt beim Border Terrier auftritt, wird durch die Milbe Demodexcanis verursacht. Sie lässt sich in den Haarbälgern vieler Hunde nachweisen, verursacht aber in kleinerer Anzahl keinen Schaden. Wenn sie sich jedoch aufgrund einer (vererbten) Störung des Immunsystems vermehrt, kann es zu den genannten Auswirkungen kommen.

Obwohl eine Spontanheilung eintreten kann, sollte man sicherheitshalber den Tierarzt zu Rate ziehen, denn nach Einsatz von geeigneten Mitteln bestehen gute Aussichten auf Heilung.

Man kann so verhindern, dass die lokalisierte Form in eine generalisierte Form der Demodikose übergeht.

 

Fieber

Die normale Termperatur beim Hund liegt zwischen 37,5°C bis 39°C. Eine erhöhte Temperatur kann eine Anzahl von Ursachen haben, die unbedingt vom Tierarzt abgeklärt werden müssen.

 

Herzerkrankungen

Herzfehler können bei Border Terriern auftreten, abe nicht häufiger als in anderen Rassen.

So kann z.B. anhand der Herzgeräusche festgestellt werden, ob die Herzklappen eine Fehlfunktion haben.

 

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Die HD ist eine angeborene Fehlentwicklung der Hüfte, bei der die Hüftpfanne zu flach angelegt und/oder der Oberschenkelkopf fehlerhaft ausgebildet ist. Dieses Leiden ist meist beidseitig zu beobachten, kann aber gelegentlich auch einseitig vorkommen mit unterschiedlichem Schweregrad.

Der Tierarzt kann Schmerzmittel und entzündungshemmende Mittel verabreichen, teilweise ist eine Operation nicht zu umgehen.

Diese Krankheit ist beim Border Terrier jedoch nur sehr selten beobachtet worden.

 

Krampfanfälle

können sehr verschiedene Ursachen haben, und z.B. von Verletzungen, Vergiftungen, oder Impfungen ausgelöst werden. Da die Erscheinungen manchmal sogar erst lange Zeit danach auftreten, ist es oft schwierig, die Ursache festzustellen.

 Seit ca. 20 Jahren ist bekannt, dass auch bei Border Terriern Fälle von Krämpfigkeit beobachtet werden. Die Anfälle sind von sehr unterschiedlicher Häufigkeit, Intensität und Dauer.

 In der Vergangenheit gab es national und international unterschiedliche Untersuchungen und Studien zu Krampfanfällen (nicht nur bei Border Terriern). Speziell für die Rasse Border Terrier bislang jedoch ohne wissenschaftlich bestätigte Ergebnisse. So fand Mitte der 2000er Jahre eine genetische Studie an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover im Rahmen einer Dissertation statt, vom Klub für Terrier in Auftrag gegeben. Hieraus entstand die Vermutung, dass eine Erblichkeit dieser Disposition zu Krampfanfällen wahrscheinlich sei.

 Aussagen zu Zahlen betroffener Border Terrier oder ein Häufigkeitsprozentsatz innerhalb der deutschen Border-Population sind rein spekulativ und entbehren jeglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Denn oft genug werden Eigendiagnosen von Besitzern öffentlich dargestellt, deren Border gekrampft haben, obwohl die Ursachen hierfür zur Symptomatik einer Bandbreite möglicher Erkrangungen gehören und vom Tierarzt erfolgreich behandelt werden könnten. Ein sachlicher Erfahrungsaustausch, wie auf Züchter- oder Fördervereinversammlungen, unter Züchtern im In- und Ausland wird nach wie vor geführt wie auch mit den Zuständigen im Klub für Terrier.

 Den offiziellen Gesundheitsberichten zur Rasse Border Terrier in Großbritannien (Health Survey) von Professor Steve Dean, BVetMed MRCVS DVR, BreedHealthRepresentative, zufolge nimmt man an, dass ca. 4-5% der Border bezogen auf die Gesamtpopulation von Krampfanfällen, CECS: CanineEpileptoidCramping Syndrome, betroffen seien. Da Border Terrier in GB zu den zehn beliebtesten Hunderassen zählen, mit einer Statistik von 7000 - 9000 registrierten Welpen pro Jahr, ist die Basis zu Gesundheitsaussagen signifikant höher als z.B. in Deutschland oder im benachbarten Ausland.

Seit 2012 läuft nun eine Forschungsstudie in GB für Border Terrier. Hierbei soll der Schwerpunkt der Untersuchungen auf neurologischer Basis geführt werden. Mögliche Ergebnisse werden jedoch noch nicht in absehbarer Zeit erwartet.

In Gesundheitsberichten wird ebenso darauf hingewiesen, dass Border Terrier generell zu den gesündesten Rassen im britischen Kennel Club gehören.

 

Ohrenentzündungen

Hinweise auf Ohrenerkrankungen sind Schütteln, Kratzen oder Reiben am Ohr oder der Kopf wird leicht schief gehalten. Im Ohr kann es zu vermehrter, oft übelriechender Sekretbildung kommen. Hier muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden.

 

Patellaluxation (PL)

Hierbei handelt es sich um eine Verlagerung der Kniescheibe, die beim Laufen auffällig wird und ertastet werden kann. Da von einer Vererblichkeit ausgegangen wird, wurde beim Border Terrier eine Untersuchung auf PL vor dem Zuchteinsatz in den Bestimmungen des KfT festgelegt. Anhand der Untersuchungsergebnisse wurde diese Bestimmung vom KfT für Border Terrier wieder aufgehoben, da eine Patellaluxation bei Border Terriern sehr selten vorkommt.

 

Pyometra

Hierbei handelt es sich um eine eitrige Entzündung der Gebärmutter der Hündin. Symptome sind ein gesteigertes Trinkverhalten, Scheidenausfluss, Mattigkeit, Unlust. Beim geringsten Verdacht auf Pyometra ist sofort der Tierarzt aufzusuchen, denn oft beginnt bereits der Wettlauf mit dem Tod.

An Pyometra können junge sowie alte Hünden erkranken.

 

 

Wir bitten weiterhin alle Border Terrier Besitzer, krankhafte Auffälligkeiten der Rassebeauftragen oder dem Förderverein mitzuteilen. Nur so kann sichergestellt werden, evtl Erbkrankheiten zu erkennen und innerhalb der Züchterschaft zu besprechen und sachlich zu bewerten, um unsere geliebte Rasse auch zukünftig gesund zu erhalten.