KYNOLEX

 

Aalstrich:  Dunkel gefärbter Haarstreifen, der auf dem Rücken durchgehend vom Nacken bis zur Rute reicht. Bezeichnend für Border Welpen, die später weizen, rote oder (sehr helle) grizzle an tan Fellfarbe haben.

Ablegen:  Beschreibt Liegen des Hundes an einem zugewiesenen Platz, einer Stelle im Haus oder im Freien. Ein Verlassen dieses Platzes darf nur auf entsprechendes Kommando erfolgen.

Adult:  erwachsen, geschlechtsreif

Afterkralle:  Auch Wolfskralle. Im Allgemeinen nicht mehr vorhandene, fünfte Zehe an den Hinterläufen.

Agility:  engl.: Wendigkeit, Gewandtheit. Als Hundesport erstmals 1977 auf Cruft´s Dog Show vorgeführt. Die Hunde bewältigen so schnell wie möglich einen hindernisparcours, zum Ausdruck kommen: Führigkeit, Unbefangenheit, Nervenfestigkeit und Lebensfreude.

Agoutifarbe:  Wildfarbe; z.B. Hase, Wolf. Die einzelnen hellen Haare haben eine dunkelfarbene Bänderung, wodurch die melierte Farbe (grizzle) entsteht.

Ahnentafel:  engl.: Pedigree, Verzeichnis der Vorfahren

Allele:  Gleiche (AA) oder unterschiedliche (Aa) Zustandsformen eines Gens, die auf homologen Chromosomen den gleichen Platz einnehmen und z.B. die unterschiedlichen Fellfarben hervorrufen.

Allergie:  Überempfindlichkeit. Vom normalen Verhalten abweichende Reaktion des Organismus auf bestimmte Stoffe, z.B. Futterallergien.

Analdrüsen:  Schlauchdrüsen in der Schleimhaut der Analkanals mit Ausführungsgängen auf beiden Seiten des Afters, psoduzieren ein schleimiges Sekret, das Duftstoffe (Pheromone) enthält. Eine übermäßige Ansammlung und Eindickung des Drüsensekrets kann zur Verstopfung führen und verursacht dem Hund starken Juckreiz. Er "rutscht" auf seinem Hinterteil ("Schlittenfahren"). Um der Gefahr einer Abszess- oder Fistelbildung vorzubeugen, sollten die Analdrüsen manuell entleert werden (Tierarzt).

Anatomie:  Lehre von Form und Körperbau menschlicher, tierischer und pflanzlicher Lebewesen und ihrer Organe.

Anorchismus:  Hodenlosigkeit. Es fehlen beide Hoden.

Apfelkopf:  Rundschädliger Kopf mit starker Wölbung von Stirn- und Scheitelkamm.

Apportieren:  Auf der Jagd das Bringen von Wild. Sonst Bringen eines weggelegten oder geworfenen Gegenstandes.

Arthritis:  Akute, entzündliche Gelenkerkrankung.

Arthrose: Chronische, nicht entzündliche Gelenkerkrankung, in deren Verlauf im Gelenk Knorpelgewebe zerstört und knöcherners Material zugebildet wird.

Ascariden:  Spulwürmer

Atavismus:  "Rückschlag", Wiederauftreten von überholten anatomischen Merkmalen (z.B. Afterklauen) oder der Rückfall in überholte Verhaltensweisen, die eigentlich für Urahnen typisch waren.

Ataxie, cerebellare:  (Hypoplasie cerebellare) Bewegungs- und Gleichgewichtsstörung. Wahrscheinlich eine erbliche Entwicklungsstörung mit teilweisem oder vollständigem Fehlen des Kleinhirns. Die symptome des Defekts sind bereits in der dritten Lebenswoche erkennbar an Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen, sowie an Pendelbewegungen des Kopfes. Die Welpen müssen eingeschläfert werden und Eltern, die diesen Fehler vererbt haben, sind von der Zucht auszuschließen.

Aujeszyksche Krankheit:  Pseudowut. Gehirn und Rückenmarksentzündung bei Hund, Katze, Schwein und Rind durch ein dem Tollwuterreger nicht verwandtes Virus. Infektionsquelle ist das rohe Fleisch erkrankter Schweine. Beim Hund sind die symptome u.a. Unruhe, extrem starker Juckreiz, Schluckbeschwerden, Atemnot und Lichtscheue. Infizierte Hunde müssen eingeschläfert werden, sonst sterben sie qualvoll nach ein bis drei Tagen. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten.

 

Bakterien:  Mikroskopisch kleine, meist einzellige Organismen ohne echten Zellkern. Gehören einseits zur physiologischen Flora, wie z.B. im Magen-Darm-Trakt, haben andererseits häufig medizinische Bedeutung als Krankheitserreger.

Ballen:  Schwielige Verdickungen an der Unterseite der Pfoten, mit verhornter Oberhaut überzogen und mit fettreichem Bindegewebe gepolstert. Anfangs bei neugeborenen Border Terrier Welpen manchmal noch rosafrben, sind die Ballen nach kurzer Zeit pigmentiert.

Bandwurm:  Vielgliedrige Darmparasiten, deren Körper aus Einzelgliedern mit jeweils männlichen und weiblichen Geschlechtsanlagen besteht. Sie ernähren sich über die Körperoberfläche. Die Köpfe haben Saugnäpfe und Haken. Die reifen Glieder von adulten Bandwürmern, in denen sich die Eier befinden, werden mit dem Kot ausgeschieden. Die Eier werden von Zwischenwirten, z.B. Flöhen oder Kleinnagern aufgenommen und entwickeln sich in ihnen zu Finnen. Der Mensch kann bei mangelnder Hygiene ebenfalls ein Fehl-Zwischenwirt werden, was bei der Infektion mit den Eiern des Fuchsbandwurmes oft erst nach Jahren zu schweren gesundheitlichen Schäden (Zystizerkose) führen kann. Finnenhaltiges Fleisch führt beim Endwirt zur Entstehung geschlechtsreifer Würmer. Die Eier von adulten Würmern befinden sich in den Bandwurmgliedern und werden nicht direkt ausgeschieden, dadurch ist es schwierig Bandwurmeier in Kotproben nachzuweisen.  Symptome: "Schlittenfahren", struppiges Fell, Abmagerung, aufgetriebener Bauch, kolikartige Schmerzen.  Therapie: Wurmkur (Tierarzt), führt zum Absterben und zur Ausscheidung der Bandwurms über den Kot.

Bauarbeit:  Für die Arbeit im Bau werden "Erdhunde" im Kunstbau eingearbeitet. Der Kunstbau besteht aus Betonröhren mit Kesseln, die im Boden möglichst naturgetreu angelegt und verlegt sind. Hier kann der lernende Hund vom Fuchs durch sog. Schieber (Trenngitter) getrennt werden. Ziel ist, dass der Hund den Fuchs anhaltend verbellt und dazu bringt, den Bau zu verlassen, das heißt, den Fuchs "Sprengen". Nach der Ausbildung und mit genügend Erfahrung kann der Hund später im Naturbau eingesetzt werden.

Brindle:  engl.: gestromt, siehe dort

BIS:  engl.: Best In Show; Bester Hunder der Ausstellung

BOB:  engl.: Best Of Breed; Bester der Rasse

BOS:  engl.: Best Of Sex; Bester Rüde, Beste Hündin

 

CAC:  franz.: Certificat d`Aptitude au Championat; Anwartschaft für den nationalen (Schönheits-)Champion-Titel

CACIB:  franz.: Certificat d`Aptitude au Championat International de Beauté; Anwartschaft für den internationalen (Schönheits-) Champion-Titel

CACIT:  franz.: Certificat d`Aptitude au Championat International de Traivail; Anwartschaft für den internationalen Arbeits-Champion-Titel (nru für Hunde mit Leistungskennzeichen)

Canini:  Fang- oder Eckzähne

Canini Engstand:  Zustand, bei dem die Canini (meistens im Unterkiefer) zu eng stehen und steil nach oben wachsen. Die Spitzen der Canini dringen in die Weichteile des Oberkiefers oder Gaumens ein, indem sie nicht vor den Lücken zwischen äußeren Schneidezähnen und Canini stehen, sondern hinter diese Lücken wachsen.

Charakter:  Der Charakter eines Hundes wird ganzheitlich bestimmt durch: 1. Eigenschaften, die an die Art gebunden sind; 2. Eigenschaften, die der Rasse angeboren sind uns als Anlage vorhanden sein müssen; 3. individuelle Eigenschaften, die angeboren, aber auch aus Erfahrungen und Erziehung hervorgegangen sind.

Chip:  Zur Indentifikation. Dem Welpen wird ein Chip mit Nummerncode vom Tierarzt in die linke Halsseite implantiert. Jede Chipnummer wird weltweit nur einmal vergeben. Um ein Rückverfolgen entlaufener oder gestohlener Tiere zu ermöglichen, haben Tierbesitzer die Möglichkeit die Nummern in zentralen Haustierregistern speichern zu lassen.

Chromosomen:  In jedem Zellkern vorhandene Kernschleife, Hauptbestandteil ist DNA (Desoxyribe Nuclein Acid), deren Moleküle die Struktur einer Doppelhelix haben. Auf den Chromosomen sind die Gene (Erbanlagen) linear angeordnet.

 

Deckrüde:  Männlicher Zuchthund

Demokidose:  Hauterkrankung, hervorgerufen durch Demodex canis (Haarbalgmilbe). Demodex canis ist ein normaler Bewohner der intakten Hundehaut. Infoge eines (wahrscheinlich vererbten) Defekts im Immunsystem kann es zu exzessiver Milbenvermehrung kommen. Die Folge beim Hund sind haarlose Stellen, Rötungen und Schuppenbildung. Erschwerend können in die verletzte Haut bakterielle Sekundärerreger eindringen. Je nach Ausprägung unterscheidet man die schuppige oder eitrige Form der Demodikose, die sowohl lokalisiert als auch generalisiert auftreten kann. Mit geeigneten Mitteln vom Tierarzt besteht gute Aussicht auf Heilung. Elterntiere, die diesen Defekt nachweislich vererben, dürfen in der Zucht nicht mehr eingesetzt werden.

Dissidenz:  Außerhalb einer anerkannten Gemeinschaft. Z.B. Dissidenz-Klubs sind Zusammenschlüsse in Vereinen, die nicht der FCI oder dem VDH angehören.

DNS/DNA:  DesoxyriboNucleinSäure, - Acid (engl.)

Dominant:  beherrschen, vorherrschend, richtungsweisend. Vererbung: Vorherrschen bestimmter Merkmale (Allel, welches sich in Kombinationen mit einem rezessiven Allel allein ausprägt).

DVG:  Deutscher Verband für das Gebrauchshundewesen

 

Ektoparasiten:  Äußerlich parasitierende Lebewesen.  Arthropoden =  Gliederfüßer: Haarbalgmilbe, Grabmilbe, Nagemilbe, Zecke.  Insekten:  Hundefloh, Haarling, Laus

Endoparasiten: Innerlich parasitierende Lebewesen.  Protozoen = Einzeller: wie Kokzidien (in Zellen der Darmschleimhaut), Babesien (in den roten Blutkörperchen), Toxoplasmen (in allen Körperzellen)   Nematoden = Rund- und Fadenwürmer: Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer  Cestoden = Bandwürmer

Epilepsie:  Ererbte oder erworbene Erkrankung, die sich in unterschiedlich schweren Krampfanfällen äußert, aufgrund von Ausfallerscheinungen im Gehirn.

Erbanlagen:  Erbfaktoren, Einzelelemente des Erbgutes. Erbanlagen sind auf den Chromosomen lokalisiert und werden als Gene bezeichnet. Sind die Erbanlagen dominant, treten sie bei den Nachkommen in Erscheinung, das Merkmal wird ausgeprägt. Sind sie rezessiv, tritt das Merkmal nur auf, wenn die Erbanlagen von beiden Eltern weitergegeben worden sind.

Erdarbeit:  siehe Bauarbeit

Exterieur:  Äußeres Erscheinungsbild eines Hundes

 

Fahne:  Lange Haare an der Unterseite der Rute, die wie eine Fahne herunterhängen

Fährtenhund:  Mit einem hervorragenden Geruchssinn ausgestattet eignet sich der Border Terrier besonders gut zur Arbeit auf der Fährte. Bei entsprechender Ausbildung entwickelt er sich zum einsatzfreudigen Fährtenhund sowohl im Rettungs- als auch im Jagdhundwesen.

Farben:  Beim Border Terrier gibt es vier Standardfarben: Weizen, Rot, Grizzle an Tan, Blue and Tan.

Fang:  Gesamte Schnauzenpartie des Ober- und Unterkiefers mit Lefzen und Mundwinkeln.

FCI:  franz.: Fèdèration Cynologique Internationale. Internationaler Verband, in dem die nationalen Dachverbände der Hundewelt organisiert sind.

Federn:  Befederung. Längere und weichere Haare auf dem Oberkopf, auf den Ohren und an der Rückseite der Vorderläufe.

Fehlfarbe:  Eine dem Rassestandard nicht entsprechende Fellfarbe, was ein zuchtausschließender Fehler ist.

Fieber:  Krankhafte Erhöhung (ab 39°), der normalen Körpertemperatur. Diese beträgt beim erwachsenen Hund im Allgemeinen etwa 38°, beim Welpen etwa 38,5°.

Fiebermessen:  Erfolgt beim Hund immer rektal. Das Thermometer wird tief genug in den After des Hundes eingeführt. Der Hund sollte dabei fest gehalte werden und ruhig stehen oder liegen. Die Messzeit beträgt 60 Sekunden. Bei Unpässlichkeiten ist es stets sehr hilfreich die Körpertemperatur zu messen, bevor man enscheidet, ob der Tierarzt aufgesucht werden muss. Normalwert ist 38°C - 38,5°C. Unter 38°C beginnt Unter- und über 38,5°C erhöhte Temperatur und Fieber. Bei geringen Schwankungen, kontrolliert man eine Stunde später nochmals die Temperatur. Es kommt häufig vor, dass diese dann wieder im Normalbereich liegt.

Finne:  Larve der Bandwürmer

Fontanelle:  Öffnung in der Schädeldecke, weil sich die Schädelknochen noch nicht geschlossen haben. Kleinere Öffnungen können sich beim welpen in den ersten Wochen schließen, größere meistens nicht. Normalerweise sind die Schödelknochen bereits vor der Geburt vollständig miteinander verwachsen.

Formwert:  Bewertung des Hundes auf Ausstellungen mit den Prädikaten "vorzüglich", "sehr gut", "gut", "genügend" und "disqualifiziert".

 

Gangart:  Es gibt vier Gangarten: Schritt, Trab, Galopp und Pass

Gaumenspalte:  Wolfsrachen. Wenn die embryonale Verschmelzung der knöchernen Anteile des Gaumens unterbleibt, entsteht eine Spalte im harten Gaumen.

Gebärmutterentzündung:  Metritis, Endometritis, Pyometa;  Metritis ist eine Entzündung der gesamten Gebärmutter,  Endometritis eine Entzündung ihrer Schleimhäute,  Pyometa eine Ansammlung von Eiter innerhalb der Gebärmutter. Symptome: Eitriger Scheidenausfluss, Apathie, Appetitlosigkeit, starker Durst, blasse Schleimhäute und Fieber bis über 41°C sein. Ein Tierarzt muss zwingend und unverzüglich konsultiert werden (Lebensgefahr).

Gebiss:  Das Gebiss eines erwachsenen Hundes besteht aus 42 Zähnen: je 6 Schneidezähnen (Incisivi), je 2 Fangzähne (Canini), je 8 vordere Backenzähne (Prämolare) im Ober- und Unterkiefer; 4 hintere Backenzähne (Molare) im Oberkiefer und 6 hintere Backenzähne im Unterkiefer. Der P4 des Oberkiefers und der M1 des Unterkiefers werden als Reißzähne bezeichnet, sie sind die größten Backenzähne. Das Welpengebiss besteht aus 28 Zähnen, da alle P1 und Molare fehlen.

Zahnschema des erwachsenen Hundes:      3   1   4   2

                                                           ------------------        x 2 = 42

                                                            3   1   4   3

Gene:  Erbanlagen, die auf den Chromosomen angeordnet sind. Sie können sich durch Mutation verändern.

Genotyp:  Die Gesamtheit der Gene, das Erbbild eines Lebewesens.

Genverlust:  Verlust erwünschter Merkmale innerhalb einer Zuchtlinie oder Rasse, durch Inzucht verursacht.

Gestromt:  engl.: brindle. Dunkles Muster, als Querstreifen in hellerem Fell, z.B. Boxer.

Giardien:  Gehören beim Hund neben den Spulwürmern zu den am häufigsten vorkommenden Darmparasiten. Diese einzelligen Geißeltierchen (Flagellaten) sind auch für den Menschen ansteckend. Die Ansteckung erfolgt oral über kontaminiertes Wasser oder Nahrungsmittel.  Symptome sind bei infizierten Hunden Erbrechen und hartnäckige Durchfälle mit schleimigen, z.T. auch blutigem Kot. Die infektiösen Zysten werden zu Hunderttausenden mit dem Kot ausgeschieden. Sie bleiben in feuchten Böden bis zu sieben Wochen, in kühlem Wasser (4°C) bis zu drei Monate infektiös. Im Labor können mit speziellen Untersuchungsmethoden Giardien in Kotproben nachgewiesen werden.  Für die Therapie durch den Tierarzt gibt es derzeit nur ein zugelassenes Präparat (mit dem empfohlenen Wirkstoff Fenbendazol) zur Behandlung der Giardiose beim Hund. Aufgrund des hohen Reinfektionsrisikos wird eine Wiederholungsbehandlung empfohlen.

Gifte:  Viele Ziersträucher und Blumen können, wenn sie angeknabbert werden, für unsere Hunde gefährliche Folgen haben. Giftig sind vor allem ALPENVEILCHEN, EFEU, EIBE, EISENHUT, ENGELSTROMPETE, FINGERHUT, GOLDREGEN, HERBSTZEITLOSE, MAIGLÖCKCHEN, NARZISSEN, OLEANDER, PFAFFENHÜTCHEN, RHODODENDRON, SCHIERLING, SEIDELBAST, STECHPALME, WEIHNACHTSSTERN. Diese Liste ist nicht vollständig! Deshalb ist es gut zu bedenken, welche Gewächse wir in den Garten pflanzen, um unsere Hunde nicht unnötigen Gefahren auszusetzen.  Kontakte mit Herbiziden (Unkrautvernichter) und Insektiziden (Schädlingsbekämpfungsmitteln) können Hunden schaden, ebenso die Aufnahme von Schneckengiften, was sogar zum Tode führen kann. Dies gilt auch für sogenannte "organische Produkte" wie z.B. Dünger.  Symptome von Vergiftungserscheinungen äußern sich mit übertriebenem Speichelns, Zuckungen und Krämpfen, Atemnot, Erbrechen, Durchfall, Lähmungen und Kreislaufkollaps.

Gonaden:  Keimdrüsen; Hoden beim Rüden, Eierstöcke bei der Hündin.

Grizzle:  engl.: meliert, siehe Agoutifarbe

Haarlinge:  Ektoparasiten, beißende, einen Millimeter lange gelbe Insekten, ernähren sich von Hautschuppen und Gewebsflüssigkeit.

Haare:  Stehen in Gruppen und ragen büschelweise aus den Haarbalgtrichtern heraus. Die einzelne Haargruppe besteht aus einem kräftigerem Haupt- oder Leithaar und zwei kleineren Nebenhaaren. Um jedes dieser drei Stammhaare gruppieren sich kranzartig sechs bis zwölf schwächere Beihaare, die mit ihnen zu einem Haarbüschel vereinigt sind. Die gröberen Haupt- und Nebenhaare bilden als gerade, spitz zulaufende Leithaare oder leicht gewellte, spindelförmig verdickte Grannenhaare die charakteristisch gefärbten Deckhaare. Die feineren Beihaare liefern verschieden dichte Unterwolle.

Handle:  engl.: lenken, leiten, behandeln. Als "handler" werden weltweit Personen bezeichnet, die sich professionell mit Kondition- und Fellpflege sowie dem Trainieren und Vorführen von Hunden auf Ausstellungen befassen und dafür entlohnt werden. Ausstellungshunde sind oft wochenlang bei ihnen in Pension. Das ehrenamtliche "Junior Handling" wird auch in Deutschland immer beliebter.

Hasenpfote:  Lange, flache und schmale Pfoten, wie z.B. beim Bedlington Terrier.

Hinterhand:  Der hintere Teil des Hundes von den Hüftknochen bis zu den Hinterpfoten.

Hitze:  siehe Läufigkeit

Hochläufig:  Langbeinig

Hose:  Lange Haare an Hinterteil und Oberschenkeln.

Hundefloh:  Ctenocephalides canis. Drei Millimeter langes, seitlich abgeplattetes, blutsaugendes Insekt, das vorwiegend auf Hunden parasitiert. Reaktion auf Befall ist plötzlich auftretender Juckreiz. Der Hundefloh muss bekämpft werden, da er als Zwischenwirt den Bandwurm überträgt. Geeignete Mittel sind über den Tierarzt erhältlich.

Hündin:  weiblicher Hund

 

Immunisierung:  Erzeugung von aktiver oder passiver Immunität.  Aktiv: Impfung mit lebenden, abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern.  Passiv: Impfung von Seren aktiv immunisierter Tiere. Geimpfte Tiere sind in der Regel gegen die jeweiligen Infektionskrankheiten immun oder es kommt nur zu einem abgeschwächten Krankheitsverlauf.

Impfung:  siehe Immunisierung

Inkubation:  Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch von Krankheiten.

Incisivi:  Schneidezähne

Imponiergehabe:  Begriff aus der Verhaltensforschung. Überwiegend mimische Ausdrucksform des Hundes, mit der er die Rangordnung unblutig zu regeln versucht. Es drückt sich in der Körperhaltung u.A. durch Haarsträuben und Rutenheben, sowie Knurren aus.

Inzestzucht:  Verpaarungen von Vater und Tochter, Mutter und Sohn, sowie Vollgeschwistern.

Inzucht:  Verwandschaftszucht, bei der Tiere miteinander verpaart werden, die in den letzten drei bis vier Generationen gemeinsame Vorfahren haben, z.B. gemeinsame Großväter oder -mütter, ebenso Urgroßeltern, auch Onkel und Nichte, Tante und Neffe, Urgroßvater und Enkelin, Halbgeschwister-Paarung.

 

Kastration: Operative Entfernung der Keimdrüsen. Beim Rüden werden beide Hoden, bei der Hündin beide Eierstöcke, meist auch die Gebärmutter entfernt.

Katzenpfoten:  Kleine, eng geschlossene Pfoten, die nach Katzenart gewölbt sind.

KC:  Kennel Club (England)

KfT:  Klub für Terrier e.V.

Kondition:  Die körperliche Verfassung bezogen auf den Fütterungs-, Gesundheits- und Trainingszustand.

Konstitution:  Ererbte, unveränderliche Körperbeschaffenheit, ihre Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse und ihre Leistungsfähigkeit.

Kotfressen:  Kann Anzeichen eines gestörten Stoffwechsels oder eines Vitamin- und/oder Mineralstoffmangels sein, meistens aber nur ein Verhaltensproblem.

Knickrute:  Ein angeborener, anatomischer Defekt eines Rutenwirbels. Das Wirbelgelenk kann abgewinkelt zusammengewachsen sein. Rutendeformationen kommen in unterschiedlichen Ausprägungen vor.

Krallen:  Am letzten Zehenglied fest aufsitzende, laufend nachwachsende Hornscheide.

Kruppe:  Letzter Rückenteil des Hundes, dessen knöcherne Grundlage das Kreuzbein, die ersten vier Rutenwirbel und die Hüfthöcker des Beckens sind.

Kryptorchismus:  Lageanomalie der Hoden, ein (Monorchismus) oder beide Hoden befinden sich vorübergehend oder dauernd außerhalb des Hodensacks. Diese Hoden sollten operativ entfernt werden, da sie tumorös entarten können.

Kynologie:  Wissenschaftliche Lehre vom Hund

 

Läufigkeit:  Bezeichung für die Brunst der Hündin, auch Hitze genannt. Der Geschlechtstrieb der Hündin tritt normalerweise zweimal jährlich auf. Zwischen dem siebten und zwölftem Lebensmonat stellt sich meistens die erste Läufigkeit ein und dauert in der Regel etwa drei Wochen. Sie beginnt mit der ersten einwöchigen Phase der Vorbrunst (Pro-Östrus) mit blutigem Ausfluss. In der zweiten Woche, dem Östrus, ist die Hündin einige Tage deckbereit, der Ausfluss wird klar und glasig. Wird die Hündin nicht gedeckt, bildet sich die Gebärmutter zurück und nach ca. fünf Wochen ist das Ruhestadium (Anöstrus) wieder erreicht.

Lefzen:  Herabhängende Lippen des Oberkiefers, die rassebedingt tief herabhängen können wie beim Boxer oder fest anliegen wie beim Border Terrier.

Lohfarbe:  gelb- bis rotbraun, tan (siehe dort)

Läuse:  Ein bis zwei Millimeter lange abgeplattete, ungeflügelte, blutsaugende Insekten. Die Eier (Nissen) kleben an den Hundehaaren. Sie sind silber-weiß, winzig klein, doch deutlich erkennbar. Die Entwicklung vom Ei zur Laus (ohne Puppenstadium) dauert zehn bis dreißig Tage. Läuse sitzen auf den wärmebietenden Körperpartien, z.B. in der Leistengegend und an der Rutenwurzel, häufig auch am Kopf und hinter den Ohren. Der befallene Hund reagiert mit ständigem Kratzen. Eine mehmalige Behandlung ist notwendig. Auch das Lager muss gründlich desinfiziert werden.

Leptospirose:  Stuttgarter Hundeseuche; Eine bakterielle Infektionskrankheit, deren Erreger (Leptospiren) von Hunden und kleinen Nagern (Ratte, Maus) mit dem Harn ausgeschieden werden. Diese gelangen über die Haut und die Schleimhäute in den Organismus. Die Inkubationszeit beträgt vier bis zwölf Tage. Eine Infektion kann zu schweren Schädigungen von Leber, Niere und Herz führen. Symptome sind plötzliches unstillbares Erbrechen, Fieber und z.T. blutige Durchfälle. Die Sterblichkeitsrate ist hoch. Eine Prophylaxe ist durch aktive Immunisierung möglich.

 

Mamatumore:  Milchdrüsentumore, treten bei Hündinnen nicht selten als bösartige Geschwülste einzelner oder häufig mehrerer Drüsenkomplexe des Gesäuges auf. Bei frühzeitigem Erkennen operativ oder strahlentherapeutisch erfolgreich zu behandeln. Kommt vermehrt bei Hündinnen vor, die nach jeder Hitze eine starke Scheinträchtigkeit zeigen.

Maske:  Scharf begrenztes dunkles Farbfeld im Gesicht, z.B. Bart

Mastitis:  Eine Milchdrüsenentzündung, hervorgerufen durch Stauungen oder Infektionen, erkennbar an der Schwellung eines oder mehrerer Gesäugekomplexe, die sich heiß anfühlen. Stauungen: Vorsichtiges Abdrücken oder Absaugen der Milch können Stauungen beseitigen. Einreiben mit unverfälschtem Melkfett kann hilfreich sein und Linderung bringen. In schwereren Fällen muss der Tierarzt konsultiert werden.

Medizin-Eingabe:  Oral. Bei manchen Hunden können bei der Eingabe von Medikamenten Tricks erforderlich sein. Tabletten lassen sich in etwas Leberwurst oder in einer kleinen Butterkugel verstecken oder unter das Futter mogeln. Wenn Ihr Hund aber die Annahme von Nahrung verweigert, ist es notwendig, im den Fang zu öffnen, die Tablette möglichst weit nach hinten auf die Zunge zu legen und ihm sofort den Fang zu schließen und solange zuzuhalten, bis er geschluckt hat. Flüssige Medizin einfach mit einer Einwegspritze (ohne Injektionsnadel) aufziehen, den Kopf des Hundes leicht anheben und die Flüssigkeit seitlich zwischen die Lefzen in den Fang spritzen, ebenfalls den Fang solange zuhalten, bis der Hund geschluckt hat.

Milben:  Gliederfüßler, die zur Klasse der Spinnentiere (Acarina) gehören. Sie können parasitäre Hautkrankheiten hervorrufen. Siehe auch Demodikose.

Molare:  hintere Backenzähne

Monorchismus:  Einhodigkeit; siehe Krytorchismus.

Mutation:  Spontane Veränderung des Erbgutes.

 

Nabelbruch:  Loch im Bereich der Nabelgegend, weil ein Verschluss der Bauchhöhle ausgeblieben ist. Je nach Ausmaß ist eine Operation notwendig, um der Gefahr der Einklemmung von vorgefallenen Darmteilen vorzubeugen. Ursachen können genetisch bedingt sein oder durch unvorsichtiges Abnabeln durch die Mutterhündin eintreten.

Niederläufig:  Kurzbeinig, kurzläufig.

 

Oral:  Einnahme/Aufnahme durch das Maul

Ohrerkrankungen:  Otitis externa - Entzündung des äußeren Gehörgangs  parasitäre Otitis: Entzündung des Gehörgangs durch Ohrmilben hervorgerufen. Symptome sind starker Juckreiz und die Bildung eines braun-schwarzen, krustig-krümeligen Ohrsekrets.  Hefeotitis: durch Hefepilze hervorgerufene Gehörgangsentzündung mit Bildung eines schwarz-schmierigen, übelreichenden Ohrsekrets.  Bakterielle Otitis: durch Bakterien hervorgerufene Ohrentzündung mit meist eitrigem Ohrsekret.  Otitis media  -  Innenohrentzündung, Ursache ist meist ein Durchbruch des Trommelfells als Folge einer Otitis externa. Symptome sind häufig Gleichgewichtsstörungen mit Kopfschiefhaltung zur erkrankten Seite.

 

Parasit:  Schmarotzer, entzieht einem anderen Lebewesen Nahrung und kann beim Wirt auch Krankheiten hervorrufen (siehe Ekto- und Endoparasiten).

Parvovirose:  Eine durch das canine Parvovirus ausgelöste, hoch ansteckende Infektionskrankheit. Der Magen-Darm-Trakt ist das primär befallene Organsystem. Das Virus wird mit dem Kot ausgeschieden. Die Infektion erfolgt oral. Die Inkubationszeit beträgt sieben bis vierzehn Tage. Symptome sind starker, oft blutiger Durchfall und häufiges Erbrechen, Untertemperatur oder Fieber und Appetitlosigkeit. Eine Prophylaxe ist durch aktive Immunisierung möglich.

Passgang:  Gleichzeitige Vorwärtsbewegung des gleichseitigen Gliedmaßenpaares im Schritt oder Trab.

Patellaluxation (PL):  Verlagerung der Kniescheibe, die beim Laufen auffällig wird und ertastet werden kann. Von einer Vererblichkeit dieser Veranlagung wird ausgegangen.

Pet dog:  engl.: Haushund, Familienhund

Pigment:  Farbstoff im Körper, der entweder körpereigenen Ursprungs ist oder von außen in den Körper gelangt ist.

Prägung:  Lernvorgang, der im Welpenalter nur in einer bestimmten, sensiblen Zeit stattfindet und nicht nachzuholen ist. Das in der achten bis dreizehnten Lebenswoche durch Prägung Erlernte wird nie wieder vergessen.

Prämolare:  vorder Backenzähne

Prophylaxe:  Vorbeugung. Verhütung von Krankheiten.

Prostatitis:  Entzündung der Vorsteherdrüse. Häufig bei älteren Rüden. Die Behandlung erfolgt durch den Tierarzt, der u.U. zur Kastration rät. Symptome: Erschwerung oder Behinderung bei Harn- und Kotabsatz, Apathie, oft sogar Fieber, Appetitmangel.

Protozoen:  Einzeller, können Infektionskrankheiten verursachen. Siehe Endoparasiten.

Puppy:  engl.: Welpe

Pyometra:  eitrige Gebärmutterentzündung

Phänotyp:  Äußeres Erscheinungsbild eines Lebewesens

 

Reißzähne:  siehe Gebiss

Rezessiv:  In der Vererbung ist hier ein Allel gemeint, das nicht zur Ausprägung kommt, wenn es in Kombination mit einem dominanten Allel auftritt. Bei doppeltem Vorhandensein rezessiver Allele hingegen, kommt es zur Ausprägung des Merkmals.

Rückbiss:  Bei verkürztem Unterkiefer, steht der untere Schneidezahnbogen weit hinter dem oberen zurück. Die Zahnreihen berühren sich nicht.

Rudel:  Ein familienähnlicher Verband mit sozialen Rangordnungen. Ein Rudel erklärt sich nicht zwangsläufig aus verwandtschaftlichen Beziehungen, im Unterschied zur Familie. Hunde sind Rudeltiere.

Rüde:  Männlicher Hund

Rute:  Kynologischer Fachausdruck für Schwanz.

 

Scheinträchtigkeit:  Hormonell bedingte Verhaltensweise ca. 4 bis 6 Wochen nach der Läufigkeit, oft einhergehend mit der Anbildung des Gesäugekomplexes, z.T. mit Milchabsonderung.

Scherengebiss:  Normale Gebissstellung beim Border Terrier. Die oberen Schneidezähne greifen mit ihren Hinterflächen dicht über die Vorderflächen der unteren Schneidezähne. Beim Kieferschluss kommt so die Scherenwirkung zustande.

Schliefen:  Waidmännische Bezeichnung für das "Einkriechen" von Jagdhunden in Erdbaue.

Schutzhund:  Bezeichnung für den ausgebildeten Diensthund mit den dafür nötigen erfolgreich abgelegten Prüfungen.

Schweißhund:  Waidmännische Bezeichung für einen Spürhund. Diese Hunde werden zur Nachsuche auf Schweißfährten (Schweiß = Blut) eingesetzt. Ein vorzüglicher Geruchssinn und ausgeprägter Jagdtrieb sind Voraussetzungen.

Show dog:  engl.: Ausstellungshund

Sozialisierungsphase: Einordnung des Welpen in seine Umwelt und das korrekte Verhalten gegenüber andern Hunden und Menschen. Siehe Prägung.

Spulwürmer:  Dünndarmparasiten, die zu den Rundwürmern (Nematoden) gehören. Die Entwicklung der Spulwürmer verläuft vom Ei über mehrere Larvenstadien zum adulten Parasiten. Dieser setzt die infektionsfähigen Eier im Dünndarm des Wirtstieres ab. Die Aufnahme bei erwachsenen Hunden erfolgt über Kot oder Verschmutzungen. Welpen hingegen können sich über deie Muttermilch infizieren, Embryonen schon über den Mutterkuchen.  Symptome sind unterschiedlich starke Verdauungsstörungen im Magen- und Darmtrakt, struppiges Haar und bei Welpen ein aufgetriebener Bauch.  Bekämpfung mittels Wurmkuren (Tierarzt) ist erforderlich.  Siehe Endoparasiten.

Standard:  Beschreibung des Idealtyps einer Rasse mit allen ihren Merkmalen. Wird von verantwortlichen Klubs im Ursprungsland der Rasse aufgestellt und zunächste vom Dachverband (z.B. KC, VDH) und erst dann international genehmigt.

Staupe:  Viruserkrankung, hervorgerufen durch ein dem menschlichen Masernvirus und dem Rinderpsetvirus verwandtes Virus. Die Infektion erfolgt über Se- und Exkrete infizierter Hunde. Die Inkubationszeit beträgt drei bis sechs Tage. Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen dieser Erkrankung:  Magen- und Darmstaupe: Symptome u.a. blutiger Durchfall, Erbrechen, Fieber, Staupegebiss (Schmelzdefekte der bleibenden Zähne, wenn die Erkrankung während der Schmelzbildung auftritt).  Katarrhalische Staupe (Augenform): Symptome u.a. Lichtscheue, Augenbindehautenzündung, Nasenschleimhauterkrankung, Entzündung der oberen Luftwege.  Lungenstaupe: Symptome u.a. Kehlkopfentzündung, Bronchialkatarrh, starker Husten.  Nervöse Staupe: Symptome u.a. Nerven- und Gehirnentzündung, Krämpfe, Zittern, Lähmungen.  Hautstaupe: Hautentzündungen an allen geschützten Körperpartien, wie Bauch und obere Laufinnenseiten, Pustelbildung, eitriger Ausschlag.  Hartballenkrankheit: Symptome sind das Verhärten von Zehenballen und Nasenspiegel.  -  Eine Prophylaxe ist durch aktive Immunisierung möglich.

Sterilisation:  Unfruchtbarmachung durch Unterbindung der Samen- bzw. Eileiter.

Stop:  engl.: Stirnabsatz. Kynologischer Ausdruck, der den im Profil gut sichtbaren Übergang vom Stirnbein des Oberkopfes zum Nasenbein des Fanges beschreibt. Mehr oder weniger starke Ausprägung je nach Rasse.

 

Tan:  engl.: lohfarben, siehe dort.

Tollwut:  Anzeigepflichtige Viruserkrankung, die bei Hunden nicht heilbar ist. Das Virus wird hauptsächlich durch Speichel (Biss) übertragen und führt zu Gehirn- und Nervenentzündungen. Die Inkubationszeit beträgt 14 bis 60 Tage. Die Erkrankung dauert ein bis acht Tage bis zum Eintritt des Todes. Eine Prophylaxe ist durch aktive Immunisierung möglich.

Tätowierung:  Bei der Wurfabnahme tätowiert der Zuchtwart dem Welpen Ziffern zur Identifikation ins Ohr. Diese Zahl entspricht der Eintragungsnummer im Zuchtbuch des Rasshundevereins. Seit einiger Zeit abgelöst durch das Implantieren eines Chips.

Trächtigkeit:  Zeitspanne zwischen Befruchtung der Hündin und Geburt der Jungen. Durchschnittliche Trächtigkeitsdauer bei Hunden beträgt 63 Tage.

Typ:  Grundbild. In der Kynologie bezeichnet Typ die unverkennbaren und gemeinsamen Merkmale, die einer Gruppe von Individuen (Rasse) in unvergleichbarer Weise als geprägtes Erscheinungsbild eigentümlich sind.

VDH:  Verband für das Deutsche Hundewesen e.V.; Dachorganisation von deutschen Rassezuchtvereinen, Mitglied der FCI.

Viren:  Kleinstlebewesen, ohne eigenen Stoffwechsel. Erreger vieler Infektionskrankheiten, z.B. Staupe, Tollwut.

Vorbiss:  Bei verkürztem Oberkiefer, steht der untere Schneidezahnbogen vor dem oberen.

Vorhand:  Vorderer Teil des Hundes: Schultern, Brust, Vorderläufe und Pfoten.

Vulva:  Äußere weibliche Geschlechtsteile, auch Scham oder Schnalle genannt.

 

Wamme:  Lose Haut an der Kehle. Bei manchen Rassen erlaubt, bei Border Terriern ist die Wamme ein unerwünschter Fehler.

Wesen:  Gesamtheit aller angeborenen und erworbenen körperlichen und seelischen Anlagen, Eigenschaften und Fähigkeiten, die das Verhalten des Hundes zur Umwelt bestimmen, gestalten und regeln.

Widerrist:  Jener Teil der Wirbelsäule, der zwischen den Schulterblättern liegt, ohne sie zu überlagern. Am Widerrist wird die Größe des Hundes gemessen.

Winkelung:  Sie richtet sich beim Hund nach seiner Gesamtbauweise, Fortbewegungsart und Lebensweise. Ist bei den einzelnen Rassegruppen recht verschieden und kann sogar innerhalb dieser variieren.

 

Zahnwechsel:  Beginnt ab dem Lebensalter des jungen Hundes von ca. vier Monaten. Zuerst die Schneidezähne, folgend von den Eck-, Reiß- und vorderen Backenzähnen. Abschließend brechen die hinteren Backenzähne durch. Siehe auch Gebiss.

Zangengebiss:  Gebissstellung, bei welcher der obere und untere Schneidezahnbogen beim Kieferschluss wie eine Kneifzange aufeinander treffen.

Zecken:  Ektoparasiten, die in allen drei Entwicklungsstadien (Larve, Nymphe, Imago) Blut saugen. Die Zecke bohrt ihren mit Widerhaken besetzten Saugrüssel in die Haut von Mensch und Tier. Neben der mechanischen Schadwirkung (Biss) können Zecken Viren und Protozoen übertragen, die möglicherweise gefährliche Krankheiten hervorrufen. Die beste Prophylaxe ist das regelmäßige und gründliche Absuchen des Hundes auf Zecken und ggfs. die sofortige Entfernung. Einem Beträufeln mit Öl oder Ähnlichem ist abzuraten, denn dadurch wird sie veranlasst mehr Speichel in die Wunde abzugeben, was die Gefahr einer Infektion erhöht.

Zwingerhusten:  Entzündliche Erkrankung der Luftwege beim Hund, ursächlich durch mehrere Virusarten und Bakterien. Die Infektion erfolgt durch Inhalation (Tröpfcheninfektion) bim Husten verbreiteter Viren. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis mehrere Tage. Symptome sind u.a. plötzliches Auftreten von lautem, trockenem Husten mit leichtem Nasenfluss, Schwellung der Mandeln. Sekundärinfektionen können Komplikationen gervorrufen. Eine Prophylaxe ist durch aktive Immunisierung möglich.

Zwitter:  Hermaphrodite. Seltenes Vorkommen bei Hunden, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane aufweisen. Es liegt eine Störung der geschlechtsbeeinflussenden Erfaktoren vor, die sich in Missbildungen zeigen (Penis wächst aus der Vulva).