Jagd mit Border-Terrier

Der Vorabend einer Jagd konnte besser nicht beginnen.

Der Vorsitzende der Jagdleitung besuchte uns in usnerer Unterkunft, um mit uns den kommenden Jagdtag zu besprechen.

Wir, das waren ein paar der Hundeführer, die am kommenden Tag das Wild auf die Läufe bringen sollten. Neben den Hunden und Treibern der letzten Jahre, durften dieses Jahr auch Border-Terrier mit Führern an der Jagd teilnehmen. In diesem Jahr sollte aus 2 kleineren Drückjagden eine große Drückjagd über die gesamte Revierfläche durchgeführt werden und somit wurden mehr Hunde benötigt.

Um sich unter den Border-Führern besser kennen zu lernen und sich auszutauschen, wurde schon im Sommer überlegt, eine gemeinsame Jagd zu organisieren.

Beim Besuch des Saugatters im Harz, im Spätsommer, wurden erste Grundsteine gelegt und so kam es dann, dass die Border jagen durften und die Jagdorganisatoren genügend Hunde hatten.

 

Neben der Aufklärung über die Jagdstrategie und Erlüuterung der Treiberwege, wurde uns auch der Grund für die Jagdreviersituation geschildert.

Der Siebengemeindewald im Harz hat eine besondere Geschichte, weshalb 18 Revierteile teilweise eigenständig sind, aber dennoch zusammen gehören.

Am nöchsten Tag ging es dann früh zum Sammelplatz, wo weitere Hundeführer warteten, die den Abend zuvor nicht dabei sein konnten. Insgesamt waren es somit 19 Border-Terrier, die neben DJT, Wachtel, Bracken, DD den jagderfolg unterstützen sollten.

Nach einer ausführlichen Begrüßung und Belehrung wurde bei der Freigabe des Wildes der Fuchs extra von der Jagdfreigabe gestrichen, da die kleinen roten Hunde trotz Signalwesten keiner Gefahr ausgesetzt werden sollten.

Die Jagdleitung selbst wurde dann von jedem Revier selbst übernommen, was ein schnelles und unkompliziertes Abrücken der einzelnen Teilnehmer zur Folge hatte. Die Hundeführer mussten so nicht lange warten, bis die Schützen ihre Stände eingenommen hatten, was bei 120 Schützen auf 1100Ha nicht selbstverständlich ist.

Es wurde in 4 Gruppen getrieben, sodass besondere Revierteile 2 mal beunruhigt werden konnten.

Schon kurz nach Beginn des Treibens brachten die Hunde eine starke Sau in dem Buchenanflug auf die Läufe und verfolgten sie kurz mit kräftigem Laut.

Das Treiben im welligen Gelände konnte rasch weitergehen, da die Hunde gleich wieder zurückkamen.

Im nächsten Dickicht wurde es wieder spannend, nachdem die angestellten Jäger schon Zeichen machten, dass hier Sauen sein müssten, schlug auch gleich einer der Hunde an. Es dauert nur kurz und 3 Überläufer rauschten den Hang hinauf.

Da es zum Schießen nicht passte, verschwanden die Sauen an der Kuppe vom Berg. Da dieser an anderen Stellen des Treibens bedeutend steiler war, mussten die Treiber an der Dickung etwas warten. Die Hunde nutzten dies um weiter zu suchen und fanden weitere Schweine. Eine Sau nach unten flüchtend und 3 Frischlinge zwischen den Treibern durch, konnten nicht beschossen werden, zeigte aber das die angestellten Jäger Recht hatten mit ihrer Vermutung.

Zum Ende des Treibens stand noch eine Aufforstungsfläche an, welche hangabwärts getrieben werden sollte.

Durch die durchgeforsteten Reihen mit vile Astwerk auf dem Boden, welches von Brombeeren durchwachsen war, konnten die Sauen bedeutend schneller durchschlüpfen, was zur Folge hatte, dass sie immer wieder im Kreis drehten und nicht aus dem Areal heraus zu bringen waren.

Auch in den anderen Treibergruppen halfen die Border-Terrier gut aus; ein beschossener Überläufer wurde von 3 Hunden gestellt und durch den Fangschuss wurde das Leiden unterbunden und eine Nachsuche verhindert. Nun war nicht nur Schwarzwild in den Treiben, so wurden beim Rotwild einige Hirsche gesichtet, die zwar nicht frei waren, aber den angestellten Jägern spannende Anblicke erzeugten.

Zum Ende der Jagd waren einige Hunde noch unterwegs. konnten aber bald wieder eingesammelt werden.

Nach bestem Haxenessen, mit Kraut und Kartoffeln, war die Strecke versorgt und konnte gelegt werden. Jeder der Schützen trat vor das von Ihm erlegte Stück und bekam den Bruch von diesem überreicht. Die Strecke von 7 Stück Rotwild, 20 Sauen und 1 Reh-Kitz entsprach nicht der erhofften Größe, dämpfte die Stimmung jedoch nicht, was sicher auch am Wetter lag, dass trotz schlechter Vorsagen gehalten hatte.

Nachdem ein Erinnerungsfoto mit Strecke und den Bordern, die diesen Tag dabei waren gemacht war, wurden noch weiter die Erfahrungen über diese Rasse ausgetauscht. Auch viele der Schützen kannten diese Hunde noch nicht und stellten vor allem fest wie ruhig die Hunde außerhalb der Jagd sind.

Da wenige Züchter den Border vor allem zur Jagd nutzen und züchten war es umso spannender, die einzelnen Charaktäre zu beobachten. Für weiteres Zusammenkommen und gemeinsamers Jagen wurden schon Pläne geschmiedet und es stehen auch schon Termine fest.

Ganz großen Dank hiermit noch einmal an die Jäger des Siebengemeindewalds, die dieses Treffen und Jagen ermöglicht haben, obwohl sie nicht wussten, wer genau da kommt.

Wir hoffen, dass es Ihnen ebenso gut gefallen hat, was sich durch die Einladung fürs nächste Jahr jedoch schon bemerkbar gemacht hat.

Waidmannsheil M.D.