Rutenfehler, erworben - angeboren - kann ich damit im KfT züchten?

 

Bei fast allen Hunderassen terten Rutenfehler auf. Bis zum Beschluss der Mitgliederversammlung des KfT im Jahr 2008 zu diesem Punkt führte jede festgestellte, nicht erworbene "Knickrute" zum Zuchtausschluss. Seitdem haben Hundeeigentümer die Möglichkeit durch einen Antrag an den Zuchtausschuss in besonderen Fällen auch bei angeborenen Rutenfehlern eine Zuchtzulassung zu erhalten. Diese Ausnahmefälle sind in der Zuchtzulassungsordnung als Erläuterung fogendermaßen definiert: "Befindet sich die Wirbelmissbildung, die jedoch einen weitgehen geraden Verlauf aufweisen muss, im letzten Drittel der Rute, kann der hund aufgrund gutachterlicher Stellungnahme nach Vorlage von Röntgenbildern in zwei Ebenen zu Zucht zugelassen werden." Da von den bisher beim KfT seit dieser Zeit eingereichten Anträge ein Teil von der rasse Border Terrier stammte und nur in wenigen Fällen dem Antrag entsprochen werden konnte, hat mich die Rassebeauftragte gebeten, in einem Artikel für ihr Jahrbuch die Problematik zu erläutern, um in Zukunft Missverständnissen vorzubeugen.

Der KfT akzeptierte schon immer ein Traumata als Ursache für einen Rutenfehler, wenn dieser tierärztlich bescheinigt und röntgenologisch dokumentiert wurde. Dies wird akzeptiert, wenn die tierärztliche Untersuchung sofort erfolgt und gleichzeitig Röntgenaufnahmen in 2 Ebenen erstellt werden.  Diese Unterlagen müssen innerhalb 2 Wochen mit der Ahnentafel an das zuchtbuchamt eingesandt werden. Das Trauma wird dann nach dem Röntgenologischen Gutachten vom Zuchtbuchamt nach Rücksprache mit dem klubzuchtwart in die Ahnentafel eingetragen und der Hund kann dann ohne Nachteile zur Zucht verwendet werden.

Angeborene Rutenfehler sollten zunächst bei der Wurfabnahme durch sorgfältiges Abtasten durch den Züchter selbst oder den Zuchtwart festgestellt werden. War dies nicht der Fall und diese Hunde werden dann auf Ausstellungen oder bei einer Zuchtzulassung vorgestellt und der Richter stellt eine achsabweichung, also keinen weitgehend geraden Verlauf fest, müsse diese dann zurückgestellt werden. In diesen Fällen kann nun vom Eigentümer der entsprechende bereits oben erwähnte Antrag gestellt werden.

Es ist dann ein formloser Antrag an den Zuchtausschuss zu stellen, mit technisch einwandfreien Röntgenaufnahmen in zwei unterschiedlichen Achsen und den in das Röntgenbild einbelichteten Daten des Hundes und des Aufnahmedatums. Der Antrag mit der Originalahnentafel und dem Zuchtzulassungsprotokoll oder fall bei einer Ausstellung auffällig dem Richterbericht ist beim Zuchtbuchamt des KfT einzureichen. Die Röntgenbilder werden dann vom Gutachter beurteilt und danach dem Zuchtausschuss der entsprechenden Rasse zugeleitet. Der Zuchtausschuss prüft alle Unterlagen sorfältig und fällt ein Urteil. Dieses Urteil ist endgültig und wird in die Ahnentafel eingetragen. Der Eigentümer erhält seine Unterlagen über das Zuchtbuchamt zurück.

Rötgenaufnahmen von Rutenabschnitten als Beispiele:

 

Ideal:  Rute mit geradem Verlauf

sowie Wirbelkörper mit Zwischenwirbelraum und Bandscheiben

Bei Blockwirbeln (hier im geraden Verlauf) fehlt der Zwischenwirbelraum mit den Bandscheiben. Sie lassen sich nicht untereinander verschieben.

         

Keilwirbel führen immer zu einer Richtungsänderung. Sie werden als klassische Knichrute beurteilt und führen meist zum Zuchtausschluss.

 

Walter Berghäuser, Klubzuchtwart KfT e.V.