Liebe Border Terrier Freunde,

oft werde ich von Border Besitzern gefragt, wann und wie oft ihr Hund getrimmt werden muss und ob man dies auch selber machen kann. Gerade zu dieser Jahreszeit ist bei Vielen das Trimming ein Thema, denn so allmählich steht der Frühling vor der Tür.

Unsere Border Terrier kommen in den natürlichen Haarwechsel. Wir bemerken vermehrt die abgestoßenen Haare, beim Kämmen und Bürsten, auf Teppichen und Postermöbeln und nicht zuletzt auf unserer Kleidung. Nun ist es an der Zeit, diesen natürlichen Haarwechsel-Prozess zu verkürzen, in dem der Border getrimmt wird.

 

 Erwachsene Border werden in der Regel ca. dreimal pro Jahr komplett abgetrimmt. Allerdings hängt die Häufigkeit des Trimmens auch mit der individuellen Fellstruktur jedes einzelnen Borders zusammen. 

Sogar die Fellfarbe scheint hierfür mit ausschlaggebend zu sein. Bei roten und helleren grizzle and tan Bordern ist das Fell oft weicher und es muss häufiger komplett abgetrimmt werden. Blue and tan und dunklere grizzle an tan Border mit harschem Fell müssen weniger oft komplett getrimmt werden, hier reicht häufig ein regelmäßiges Nachtrimmen, um das Fell in Form zu halten. Besitzer kastrierter Border berichten, dass das Fell ihrer Hunde schneller zu wachsen scheint und es schwer sei, dies zu trimmen. Haare würden nicht mehr wie vor der Kastration abgestoßen werden, sondern säßen sehr fest, wenn es eigentlich an der Zeit wäre zu trimmen.

 Kapitulierend kommt in diesen Fällen oft die Schermaschinen zum Einsatz. Eine bessere und rassegerechte Alternativer sollte vorzugsweise jedoch ein mehrmaliges sich ca. alle zwei Monate wiederholendes Trimmen des kastrierten Borders sein.

Das Trimmen an sich ist durchaus für jedermann zu erlernen. Sicherlich sind erste Trimmversuche unter Anleitung eines erfahrenen Trimmers überaus hilfreich und geben dem Anfänger Mut und ein sicheres Gefühl das Gezeigte weiterzuentwickeln. Und - Übung macht den Meister!

Regelmäßige Pflege

 Selbstverständlich sollte die regelmäßige Pflege mit Kamm und Bürste sein, ebenso die Kontrolle der Ohren, Augen, Pfoten, der After- und Genitalregion. Fellpflege ist äußerst wichtig für jeden Hund, denn Fell und Haut sind ein Spiegel seiner Gesundheit.

 Border gehören zu den rauhaarigen Terriern mit doppeltem Haarkleid. Die weiche kurze Unterwolle wärmt sie und das längere harsche Deckhaar gibt ihnen eine wasser- und schmutzabweisende Jacke. Damit dieses doppelte Fell erhalten bleibt, werden beim Border die "reifen" Haare ausgezupft, d.h. getrimmt.

Ein verbreiteter Irrtum ist, den Border im Winter zuwachsen zu lassen, im Glauben nun hätte er es "schön warm". Im Gegenteil - sehr langes Deckhaar lässt die wärmende Unterwolle spärlicher wachsen. So ist ein Border, der rechtzeitig vor dem Winter getrimmt wird, besser gerüstet als ein Border mit überlangem Deckhaar.

Auch für die heiße Jahreszeit gilt der Schutz des doppelten Haarkleides, denn ein übertriebenes Trimming erhöht die Gefahr eines Sonnenbrandes.

Zeitpunkt des Trimmens

Über den passenden Zeitpunkt zum Trimmen heißt es in der "TERRIER FIBEL von Chr. Sörensen und W. Steen": "Erst wenn das Deckhaar sich zu teilen beginnt, wenn bei der täglichen Pflege zuviel Haar ausgekämmt wird oder sich das Haar mit den Fingern leicht herausrupfen lässt, ist der richtige Zeitpunkt für ein systemvolles Trimming gekommen."

Arbeitsplatz

 Der Platz für das Trimmen muss gut gewählt sein mit hellem Licht, einem Tisch mit rutschfester Auflage für sicheren Stand des Borders und einer zusätzlichen Ablagefläche für das Trimmwekzeug (Kamm und Bürste, abgerundete Schere und evtl. Trimmmesser). Äußerst hilfreich ist es, wenn ein Hund daran gewöhnt ist auf dem Tisch zu stehen. Dies sollte schon im Welpenalter regelmäßig geübt werden, mit viel Geduld, Streicheleinheiten und Lob kann so das Herumzappeln auf dem Trimmtisch unterbunden werden. Je nach Ausdauer (des Hundes und des Trimmers) können Pausen eingelegt werden, um Ihren Border bei Laune zu halten.

Trimming

 Vor dem Trimmen wird der Border mit einem engzahnigen Stahlkamm oder einem handgesägtem Hornkamm gut durchgekämmt.

 Ob mit Daumen und Zeigefinger oder mit Hilfe eines stumpfen Trimmmessers werden nun der Nacken, die Schultern und der Rücken abgetrimmt. Die Haare an der unteren Halsregion stoßen in entgegengesetzter Richtung auf die Nackenhaare, entlang der seitlichen Halspartie. Hier muss ausgleichend gearbeitet werden, für einen unauffälligen Übergang. Weiterhin werden die Haare an Vorbrust und Brust, an Flanken und Bauch gezupft. Um den After und im Genitalbereich darf vorsichtig mit einer abgerundeten Schere gearbeitet werden, denn diese Regionen sind für jeden Hund sehr sensibel.

Läufe und Pfoten

 Die Vorderläufe werden gleichmäßig abgetrimmt, wobei darauf zu achten ist, besonders die fransigen Fahnen an Ellenbogen und Rückseiten auszuzupfen. Auch die Hinterläufe werden an den Innen- und Außenseiten abgetrimmt.

Um die Pfoten in Form zu bringen, schneidet man die Haare an den Rändern von unten nach oben mit einer Schere. Zwischen den Ballen an den Pfotenunterseiten wird nur das überstehende Haar geschnitten, in dem jede Pfote etws zusammengedrückt wird. Fertig getrimmt sehen sie wie Katzenpfoten aus.

Rute

Beim Trimmen der Rute sollte man das Bild einer Karotte vor Augen haben, denn eine Borderrute muss dick und kräftig am Ansatz sein und sich graduell zur Spitze verjüngen. Die Rute darf nicht zu sehr getrimmt werden, jedoch sollen an der Rutenunterseite keine langen Haare mehr abstehen und die Spitze darf nicht fransig wirken.

 

Zeit zum Trimmen

Trimmmesser

 Das Trimmmesser hat sich als klassisches Werkzeug für den Vorgang des Trimmens weitreichend etabliert. Es ist jedoch darauf zu achten, dass ein Trimmmesser keine allzu scharfe Schnittkante besitzt. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass scharfe Werkzeuge, auch Metallstriegel, das Haar eher schneiden als es auszuzupfen. Ebenso sollte eine Schermaschinen nicht zum Einsatz kommen, denn beim Scheren und Schneiden geht das doppelte Haarkleid meist verloren. Die Benutzung des Trimmmessers wird in der "TERRIER FIBEL" folgendermaßen erklärt: "Oberhalb der Trimmstelle hält man das Fell mit der einen Hand fest, mit der anderen das Trimmmesser. Dabei drückt man den angewinkelten Zeigefinger an den Messerrücken und mit dem Daumen die zu entfernenden Haare gegen die gezahnte Klingenschneide. Die so erfassten Haare werden nun in Wuchsrichtung ruckartig herausgezupft. Nicht zuviel Haar auf einmal abtrimmen, je weniger, umso leichter wir der Vorgang."

Trimmen mit dem Trimmmesser

Handarbeit

 In der "TERRIER FIBEL" können wir lesen: Rassen, deren Haare herauszuzupfen oder - rupfen sind, sollten vorzugsweise mittels Daumen und Zeigefinger bearbeitet werden. Das ist zwar eine ziemlich anstrengende und zeitraubende Methode, mit ihr können aber die besten Trimmerfolge erzielt werden." Das überständige tote Haar wird in kleinen Büscheln mit Daumen und Zeigefinger in Richtung des Haarwuchses mit kurzem Ruck ausgezupft.

Kopf

 Das Markenzeichen der Rasse ist der Kopf, er soll wie der eines Otters sein. Um den flachen Oberkopf zu betonen, werden hier alle langen Haare ausgezupft. Auch an den Schläfen und Wangenpartien wird überstehendes Haar abgetrimmt. Die Haare oberhalb der Augen werden entfernt, die Augenbrauen kurz gehalten. Unter den Augen soll das Vorgesicht gut ausgefüllt sein, deshalb arbeitet man in dieser Region sehr zurückhaltend und zupft nur die Haare, die zu den inneren Augenwinkeln ragen.

Bart

 Der Bart wächst oft sehr üppig. Er darf jedoch nicht übertrieben füllig sein, da sonst die Otterähnlichkeit verloren geht. Der Bart muss sorgfältig in Form eines abgerundeten Keils gezupft und ausgedünnt werden, auch am Unterkiefer. Ein Ziegenbart steht dem Border nicht!

Ohren

 Auf den Ohren wird alles alte lange Haar herausgezupft, ebenso an den Ohrinnenflächen und überstehendes Haar in der Ohrmuschel. Die Ohrränder werden entlang den Konturen gleichmäßig kurz getrimmt.

Fertig

 Betrachten wir unseren Border Terrier nach Abschluss des Trimmens, so sollte er gepflegt und harmonisch in allen Teilen wirken, mit guten Umrisslinien und den Angaben des Rassestandards weitestgehend entsprechen. Sie können Ihren Border über Monate in vorzeibarem Zustand halten, im sogenannten "rolling coat", in dem sie alle zwei bis drei Wochen leicht übertrimmen.

Versuchen Sie es selbst! Und sollte mal hier und da eine "kahle Stelle" entstanden sein, das ist kein Malheur! Es wächst doch wieder nach!

Ulrike Ellis